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Der Rat für Migration e.V.

ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Er sieht seine zentrale Aufgabe in einer öffentlich kritischen Begleitung der Politik in Fragen von Migration und Integration. Seit seiner Gründung setzt er sich mit seinen Publikationen, Auftritten in der Öffentlichkeit und Stellungnahmen in den Medien für eine differenzierte, demokratische und weitsichtige politische Gestaltung von Migration und Integration ein. Seit November 2012 geschieht dies insbesondere über das Projekt "Mediendienst Integration", ein Serviceportal für Medienschaffende und interessierte Multiplikatoren. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern trägt der „Mediendienst“ zu einer sachbezogenen,  aspektreichen  Debatte über Migration und Integration in Deutschland bei.

Über den Menüpunkt "Mediendienst Integration" kommen Sie direkt zu dessen Startseite.

Veranstaltungshinweis für den 27. und 28. November 2014

Konferenz: „Medien und Minderheiten. Fragen der Repräsentation im internationalen Vergleich“

Gemeinsam mit der Akademie des Jüdischen Museums Berlin veranstaltet der Rat für Migration erneut eine Konferenz zum Thema Einwanderungsgesellschaft Deutschland. Viele Angehörige der Mehrheitsbevölkerung beziehen ihr Wissen über Minderheiten, Migration und Integration vor allem aus Zeitungen, Fernsehen, Rundfunk oder dem Internet. Doch welche Bilder von ethnischen und religiösen Minderheiten vermitteln die Medien und wie wirkt diese mediale Repräsentation auf die Rezipienten? Im Rahmen der Konferenz werden aktuelle Ergebnisse empirischer Studien zum Themenfeld Medien und Minderheiten in internationaler Perspektive vorgestellt und diskutiert.

Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier

Pressemitteilung vom Rat für Migration, 18. November 2014

Avicenna-Studienwerk vergibt Stipendien: Gute Leistungen von Musliminnen setzen sich in der Universität fort

Am 17. November 2014 wurden die ersten Stipendiaten des Avicenna-Studienwerks im Leibniz Saal der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften willkommen geheißen. Das muslimische Studienwerk, das analog zum jüdischen, evangelischen und katholischen Studienwerk gegründet wurde, hatte in einem strengen Auswahlverfahren aus knapp 600 Kandidaten 65 auserkoren. Was besonders auffällt: Bei den ausgewählten Studienstipendien liegt der Frauenanteil bei 63 Prozent; bei den Promotionsstipendien sogar bei 79 Prozent. Aus Studien ist bekannt, dass rund 30 Prozent mehr Mädchen als Jungen aus Einwandererfamilien weiterführende Schulen besuchen. "Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler, die aus muslimischen Elternhäusern stammen, denen gerne Benachteiligung der Mädchen unterstellt wird“, betont Werner Schiffauer von der Europa Universität Viadrina und Vorsitzender des Rats für Migration. "Die jüngsten Daten des Avicenna-Studienwerks zeigen, dass dieser Trend sich an den Universitäten fortsetzt: Betrachtet man diese Zahlen, müssten muslimische Elternhäuser eigentlich einen Preis für Frauenförderung bekommen“, so Schiffauer.

Zur Pressemitteilung gelangen Sie hier.

Pressemitteilung vom Rat für Migration, 22. Mai 2014

Paradigmenwechsel im Integrationsdiskurs - Gauck definiert Deutschsein neu 

Anlässlich des 65. Jahrestags des Grundgesetzes hielt Bundespräsident Joachim Gauck in einem Einbürgerungsfestakt eine Grundsatzrede. Darin hebt der Bundespräsident den Integrationsdiskurs programmatisch auf eine neue Ebene. Gegen „Multikulti ist gescheitert“ setzt er ein neues Leitmotiv für die Politik in der Migrationsgesellschaft und spricht von der „Einheit der Verschiedenen“. Damit bricht er mit der bisherigen Anpassungsrhetorik in der Integrationsdebatte.

Besonders begrüßenswert ist die Tatsache, dass er den Blick in seiner Grundsatzrede zu Integration auf die gesamte Gesellschaft richtet und nicht auf die Migranten allein. Nicht nur die Einwanderer, sondern auch der Öffentliche Dienst, die Medien, die Hochkultur, die Politik und besonders die Schulen stünden in der Verantwortung. Das entspricht dem Wissensstand in der Forschung, Integration als gesamtgesellschaftlichen Prozess zu betrachten. 

Gauck spricht in seiner Rede von einem „neuen deutschen Wir“, das die „Einheit der Verschiedenen“ betont und erklärt damit die Vielfalt und Veränderung in der Bevölkerung zur Normalität. Mit der heutigen Rede macht er die Einwanderungsgesellschaft nicht nur zu einem zentralen Thema seiner Präsidentschaft, sondern definiert auch das Deutschsein neu. 

Der Bundespräsident bekennt sich eindeutig zu transnationalen Identitäten, doppelter Staatsangehörigkeit und vielfältigen Zugehörigkeiten und beschreibt sie als Bereicherung. Das bricht mit dem nationalstaatlichen Diskurs, der bislang die deutsche Debatte bestimmte. Der Rat für Migration begrüßt diese Richtung ausdrücklich.

Es wäre wünschenswert, wenn dieses neue Leitmotiv mit politischen Inhalten gefüllt wird und in einer Enquete-Kommission im Bundestag Wege zur Umsetzbarkeit erarbeitet werden.

Dr. Naika Foroutan, Prof. Dr. Andreas Pott, Werner Schiffauer
Als PDF-Datei

1. Oktober 2013:
Für eine Neuordnung der Migrations- und Integrationsbelange auf der Bundesebene

Offener Brief des bundesweiten Rates für Migration (RfM) an die neue Bundesregierung und die politischen Parteien im Deutschen Bundestag

Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft mit schon mehreren Generationen von Einwanderern. Strukturen und Lebensformen verändern sich, beschleunigt durch den Druck des demografischen Wandels. Migration und Integration sind Schlüsselthemen von Gegenwart und Zukunft, die fast alle Politikbereiche durchdringen. Nötig sind dazu umfassende und langfristig ausgerichtete gesellschaftspolitische Gestaltungsperspektiven.

Zur Petition
Offenen Brief als PDF-Datei
Pressemitteilung als PDF-Datei

15 Jahre Rat für Migration
Am 7. Juli 1998 gründeten Wissenschaftler den "Rat für Migration". Ziel des interdisziplinären Gremiums: fundierte und kritische Politikbegleitung in der Einwanderungsgesellschaft. Was genau hatten die Gründer damals im Sinn? Und was wurde bislang erreicht? Der Mediendienst Integration hat einen Hintergrundbericht veröffentlicht.

Eine aktuelle Publikation der Mitglieder

Karl-Heinz Meier-Braun / Reinhold Weber (Hrsg.)
Deutschland Einwanderungsland
Begriffe - Fakten - Kontroversen

Preis: EUR 19,90

Die Themen Migration und Integration haben sich in den vergangenen Jahren dynamisch zum eigenständigen Politikfeld entwickelt. Politik und Wirtschaft, Öffentlichkeit und Medien sind sich einig, dass es sich um zentrale Themen der Zukunft handelt. Es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft, um ihren inneren Zusammenhalt, aber auch um die Herausforderung des demographischen Wandels. Die Themen Migration und Integration sind aber nicht nur in aller Munde, sondern zunehmend auch praktisches Politikfeld auf allen Ebenen - ob in Bund, Länder oder vor allem im kommunalen Bereich, wo sich Zehntausende professionell oder ehrenamtlich mit diesen Themen beschäftigen. Mit diesem Band liefern die Herausgeber ein handliches Kompendium, das in kurzen, sachlichen Beiträgen von namhaften Autoren aus ganz Deutschland verlässliche Informationen über mehr als 60 zentrale Begriffe aus dem Politikfeld Migration/Integration liefert.
Autorenporträt
Dr. Reinhold Weber ist Publikationsreferent bei der Landeszentrale für politische Bildung, Professor Dr. Karl-Heinz Meier-Braun ist Leiter der Redaktion SWR International sowie Honorarprofessor in Tübingen. Beide Autoren sind Mitglieder des Rats für Migration (RfM).

Zur Bestellseite beim Kohlhammer-Verlag

Klaus J. Bade
Kritik und Gewalt

Die ‚Integrationsdebatte‘ nach Thilo Sarrazins Buch ‚Deutschland schafft sich ab‘ offenbarte ein Paradox – eine wachsende Akzeptanz des kulturellen Pluralismus, besonders unter jüngeren Menschen, und zugleich massive kulturelle Ressentiments in der Einwanderungsgesellschaft.

In seinem neuen Buch Kritik und Gewalt beleuchtet der renommierte Migrationsforscher und Politikberater Klaus J. Bade Ursachen, Hintergründe und die bedrohlichen Folgen dieser paradoxen Spannung. Ihr Ergebnis ist eine gefährliche Ersatzdebatte anstelle der verdrängten Diskussion um die neue Identität in der Einwanderungsgesellschaft. Diese Ersatzdebatte beschreibt Bade als ‚negative Integration‘: die Selbstvergewisserung der Mehrheit durch die Ausgrenzung einer großen – muslimischen – Minderheit. Bades fundierte Analyse und die Brisanz der ‚negativen Integration‘ sollte man kennen!