





Wesentlichen Anstoß zu dieser Entwicklung gab eine Schrift, die 1994 publiziert wurde und die gesellschaftspolitische Diskussion über Zuwanderung und Eingliederung beförderte: Das von dem Osnabrücker Historiker und Migrationsforscher Klaus J. Bade initiierte und herausgegebene, von 60 namhaften Wissenschaftlern unterzeichnete „Manifest der 60: Deutschland und die Einwanderung“.
Die deutsche Politik hatte sich den Aufgaben und Problemstellungen, die aus Zuwanderung und der dauerhaften Niederlassung von Migranten resultierten, lange Zeit mit der kontrafaktischen Formel „Deutschland ist kein Einwanderungsland“ verschlossen. Erst seit Mitte der 1990er Jahre vollzog sich ein allmählicher, wenn auch zögerlicher Wechsel in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik, der seinen Ausdruck insbesondere in der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1990, der Green-Card-Initiative von 2000 und dem Zuwanderungsgesetz von 2005 fand.